Kurzfassung
Nichtansässige, die Spanien für kurze Aufenthalte besuchen, sind über die EHIC (EU) oder GHIC (UK) für Notfallversorgung abgesichert, aber diese Karten decken nur medizinisch notwendige Behandlungen ab — keine privaten Krankenhäuser, keine Rückführung und viele Fachleistungen nicht. Eine gute private Krankenversicherung ist der empfohlene Ansatz für alle, die nennenswert viel Zeit in Spanien verbringen.
Grundlagen: Was Ihre Karte aus dem Heimatland abdeckt
EU-Bürger — EHIC (Europäische Krankenversicherungskarte)
EU-Bürger — darunter Deutsche, Niederländer, Belgier, Schweizer (über ein gesondertes Abkommen) und andere — führen eine EHIC, die von der Krankenkasse ihres Heimatlandes ausgestellt wird. Die EHIC berechtigt Sie zu staatlich bereitgestellter Gesundheitsversorgung in Spanien auf dem gleichen Niveau wie für einen spanischen Wohnansässigen, für medizinisch notwendige Behandlungen während eines vorübergehenden Aufenthalts.
In der Praxis bedeutet dies: Bei einem Unfall oder einer plötzlichen Erkrankung können Sie in jedem spanischen öffentlichen Krankenhaus oder Gesundheitszentrum (centro de salud) ohne Kosten oder gegen denselben Eigenanteil wie spanische Ansässige behandelt werden. Die Karte muss nicht vorab registriert werden — Sie legen sie bei der Behandlung vor.
Was die EHIC NICHT abdeckt:
- Behandlung in privaten Krankenhäusern oder Kliniken (auch wenn das öffentliche Krankenhaus ungünstig gelegen ist)
- Geplante Behandlungen, für die Sie eigens nach Spanien reisen
- Medizinische Rückführung in Ihr Heimatland
- Behandlungen, die in bestimmten Auslegungen auf einer nicht angegebenen Vorerkrankung beruhen
Britische Staatsangehörige — GHIC (UK Global Health Insurance Card)
Nach dem Brexit haben britische Staatsangehörige die EHIC durch die GHIC (Global Health Insurance Card) ersetzt, die in EU-Ländern einschließlich Spanien einen der EHIC gleichwertigen Schutz bietet. Beantragen Sie sie kostenlos auf der NHS-Website (nhsghic.com). Die GHIC ist fünf Jahre gültig und deckt medizinisch notwendige staatliche Behandlungen in Spanien ab.
Die GHIC ist keine Reiseversicherung
Die GHIC ersetzt keine Reiseversicherung. Sie deckt staatliche Gesundheitskosten in Spanien ab, umfasst jedoch keine medizinische Rückführung (Hubschrauber oder Ambulanzflugzeug in das Vereinigte Königreich), die Zehntausende von Pfund kosten kann. Schließen Sie immer eine separate Reise- oder Krankenversicherung für die Rückführungsabsicherung ab.
Private Krankenversicherung für Nichtansässige
Für alle, die mehr als ein paar Wochen pro Jahr in Spanien verbringen, ist eine private Krankenversicherung dringend empfohlen. Sie bietet:
- Zugang zu privaten Krankenhäusern und Kliniken — ohne Wartelisten in öffentlichen Krankenhäusern
- Englischsprachige Ärzte und medizinisches Personal
- Facharztbesuche ohne Überweisungspflicht
- Krankenrückführungsschutz (in den meisten Tarifen)
- Umfassenderer Schutz als die EHIC/GHIC
Wichtigste Anbieter in Spanien:
Die Beiträge variieren erheblich nach Alter, Vorerkrankungen, Leistungsumfang (mit oder ohne Selbstbeteiligung) sowie danach, ob die Police Zahn- und/oder Mutterschaftsversorgung einschließt. Tarife für Personen ab 60 Jahren kosten in der Regel € 130–€ 300+ pro Monat.
Die meisten spanischen privaten Krankenversicherer bieten Policen speziell für Nichtansässige an — Sie können eine Police auch halten, wenn Sie in Ihrem Heimatland sind, mit Spanienabdeckung für Ihre Besuche und manchmal auch mit internationalem Schutz.
Was im medizinischen Notfall zu tun ist
Bei einem Notfall auf Mallorca rufen Sie 112 an — Spaniens universelle Notrufnummer (entspricht 999/112 im Vereinigten Königreich oder 110/112 in Deutschland). Die Vermittlung entsendet Krankenwagen, Polizei oder Feuerwehr nach Bedarf und kann auf Englisch kommunizieren.
Für die Krankenhausbehandlung:
- Notfallbehandlung (urgencias): Alle spanischen öffentlichen Krankenhäuser müssen Notfälle unabhängig von Versicherungsstatus oder Zahlungsfähigkeit behandeln
- Legen Sie Ihre EHIC/GHIC-Karte im öffentlichen Krankenhaus für staatliche Abdeckung vor
- Wenn Sie eine private Klinik oder ein privates Krankenhaus aufsuchen, erhalten Sie eine Rechnung und müssen diese über Ihre Reiseversicherung oder private Krankenversicherung geltend machen
Auf Mallorca sind die wichtigsten öffentlichen Krankenhäuser:
- Son Espases Hospital (Palma) — das wichtigste Universitätsklinikum; Traumazentrum
- Hospital de Manacor — für den Osten der Insel
- Hospital d'Inca — für den Zentrum und Norden Mallorcas
Private Krankenhäuser auf Mallorca sind u. a. Clínica Rotger, Hospital USP Palmaplanas und Policlínica Miramar — alle in oder in der Nähe von Palma.
Die Nummer des lokalen Gesundheitszentrums speichern
Für nicht dringende medizinische Bedürfnisse — eine leichte Infektion, ein Rezept, ein verstauchter Knöchel — ist Ihr lokales centro de salud (Primärversorgungs-Gesundheitszentrum) zuständig. Fragen Sie Ihr lokales Rathaus oder Ihren Immobilienverwalter, welches Zentrum für den Postleitzahlbereich Ihrer Immobilie zuständig ist. Arztbesuche in öffentlichen Gesundheitszentren sind mit EHIC/GHIC kostenlos.
Britische Rentner: Das S1-Formular
Britische Staatsangehörige, die eine britische Staatsrente beziehen und in Spanien leben — entweder als Steueransässige oder für längere Zeiträume — können möglicherweise über ein S1-Formular (früher E121) für spanische öffentliche Gesundheitsversorgung registriert werden.
Das S1 wird von HMRC/DWP im Vereinigten Königreich ausgestellt und der lokalen spanischen Gesundheitsbehörde (INSS) vorgelegt, die den Inhaber für den vollen Zugang zum spanischen öffentlichen Gesundheitssystem registriert — finanziert von der britischen statt der spanischen Regierung.
Das S1 ist relevant für:
- Britische Staatsrentner, die in Spanien wohnen und keinen Anspruch auf spanische öffentliche Gesundheitsversorgung durch Arbeit oder Beiträge haben
- Britische Empfänger von Erwerbsminderungs- oder Arbeitslosigkeitsleistungen vor dem Rentenalter unter bestimmten Umständen
Es ist besonders wertvoll für diejenigen, die spanische Steueransässige werden, da es den vollen öffentlichen Gesundheitszugang ohne private Versicherung bietet. Für gelegentliche Besucher bleibt die GHIC die einfachere Lösung.
Was ist mit Zahn- und Augenbehandlungen?
Das spanische öffentliche Gesundheitssystem (Sistema Nacional de Salud) bietet sehr begrenzten Zahnschutz — im Allgemeinen beschränkt auf Notfallextraktionen und grundlegende Kinderzahnheilkunde. Routinemäßige Zahnbehandlungen (Füllungen, Zahnreinigung, Implantate, Kieferorthopädie) sind nahezu vollständig privat.
Private Zahnversicherung wird typischerweise als Ergänzung zu Krankenversicherungspolicen angeboten (oft für € 10–€ 20/Monat extra) oder als eigenständige Zahnpläne. Für Nichtansässige, die Spanien nur gelegentlich besuchen, zahlen die meisten einfach direkt bei spanischen privaten Zahnarztpraxen, wo die Preise häufig günstiger sind als in Nordeuropa.
Optiker in Spanien arbeiten vollständig privatwirtschaftlich, ohne Beteiligung des öffentlichen Gesundheitssystems. Standardmäßige Sehtests und Brillen werden direkt bezahlt.
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